Blausäure - gefährliches Gift für Ihren Hund

Blausäure (Zyanid) kann bei Hunden zu schweren Vergiftungen führen. Zyanidvergiftungen bei Tieren werden hauptsächlich durch die Aufnahme bestimmter Pflanzen ausgelöst. Mehr als 1000 Pflanzenarten enthalten Zyanide in gebundener Form als cyanoge Glycoside und so auch die Kerne bekannter Früchte wie Pfirsich (Kerne und Blätter), Aprikose, Pflaumen sowie Bittermandeln. Auch werden Abwässer häufig mit Zyaniden industriell verunreinigt. Blausäure entsteht außerdem bei der Verbrennung von Kunststoffen und kann dabei zusammen mit Kohlemonoxid zu Rauchvergiftungen führen. Die flüssige Blausäure Zyklon wird zur Schädlingsbekämpfung in geschlossenen Räumen verwendet. Eine Vergiftung mit Blausäure ist ein tiermedizinischer Notfall. Je schneller der Veterinär Ihr vergiftetes Tier behandeln kann, desto größer sind seine Chancen zu überleben. Achtung:
Blausäure wirkt regelmäßig sehr schnell!

Verschiedene übliche Handlungsabläufe

1. Sie beobachten, dass Ihr Hund draußen ein giftiges Pflanzenteil frisst oder etwas von einem Schädlingsbekämpfungsmittel mit Blausäure aufnimmt. Suchen Sie unverzüglich den Tierarzt auf, idealerweise können Sie die Pflanze oder ein Etikett des Mittels beim Tierarzt zeigen.

2. Sie beobachten folgende Symptome bei Ihrem Tier:

Typische Symptome einer Vergiftung mit Blausäure

Blausäure kann sowohl über die Haut, über die Atemwege als auch durch Inkorporation aufgenommen werden.

  • Sie beobachten Erregung, Zittern und Krämpfe.
  • Der Hund speichelt verstärkt.
  • Erbrechen kommt vor.
  • Ihnen fällt der Geruch nach Bittermandeln auf.
  • Der Hund hyperventiliert, hat Atembeschwerden, es kommt zu einer Schnappatmung, ihr folgt Atemstillstand.
  • Der Blutdruck sinkt, Kreislaufschock, Herzrhythmusstörungen treten auf.
  • Die Pupillen sind erweitert.
  • Die Schleimhäute färben sich rot.
  • Schockzustände und Koma sind möglich.

Blausäure - was ist das?

Zyanverbindungen wie Blausäure und andere Zyanide sind stark ätzend und reizen die Schleimhäute insbesondere des Atem- und Gastrointestinaltrakts. Außerdem blockieren sie die Zellatmung. Das Zyanidion bindet dreiwertiges Eisen, das eine wichtige Rolle in der Zellatmung spielt. Das Zyanidion unterbricht die Atmungskette. Die Nervenzellen des Atemzentrums werden so stark geschädigt, dass das Tier ersticken kann.

Wie erkennen Sie Blausäure?

Charakteristisch ist der Bittermandelgeruch. Schädlingsbekämpfungsmittel sind zu Warnzwecken zusätzlich mit einem sehr unangenehmen Geruch verbunden worden, um das Zyanid kenntlich zu machen.

Eigene Vorsorge

Informieren Sie sich über blausäurehaltige Pflanzen und Lebensmittel. Trainieren Sie Ihrem Hund die Aufnahme von Pflanzen ab. Haben Sie einen Vergiftungsverdacht bezüglich Blausäure warten Sie nicht zu lange, um tierärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

ERSTE HILFE

  • Schaffen Sie das Tier aus einer möglicherweise giftigen Umgebung!
  • Achten Sie dabei auf Eigensicherung insbesondere bei giftigen Dämpfen!
  • Handeln Sie schnell, besonnen und ruhig!
  • Suchen Sie unverzüglich einen Tierarzt auf!
  • Bitte führen Sie kein Erbrechen herbei!
  • Stabilisieren Sie die Atemwege des Hundes!
  • Verabreichen Sie dem Hund Aktivkohle!
  • Denken Sie an die stabile Seitenlage bei einem bewusstlosen Tier!

Weitere Infos finden Sie in unserem ausführlichen Ratgeber Vergiftung bei Hunden.

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Autor: Thomas

Etwa 8 Mio. Hunde leben in deutschen Haushalten - gesorgt wird sich um die Vierbeiner wie um das eigene Kind. Mit dieser Seite möchte ich euch gern leicht verständliche Informationen rund um die Hundegesundheit zur Verfügung stellen. Zur Seite steht mir eine Tierheilpraktikerin, die das ganze fachlich abrundet.

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