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Borreliose beim Hund

Borreliose ist eine durch Zecken übertragene Krankheit. Bekannt ist diese auch unter dem Namen Lyme-Borreliose. Zecken können mit ihrem Biss im Speichel Bakterien übertragen, die die Erkrankung auslösen. Die sogenannten Borrelien leben im Darm der Zecke und können bei einem Biss in den Blutkreislauf des gebissenen Tieres gelangen. Oftmals verläuft die Infektion beim Hund dauerhaft symptomlos. In anderen Fällen kommt es zu Symptomen, die zunächst recht unspezifisch sind, aber lästig und sehr intensiv werden können. Die Art, die Intensität und der Verlauf der Erkrankung sind teilweise rasseabhängig. Zeckenpopulationen sind nach Regionen in unterschiedlichem Maße von Borrelien durchseucht.

Hund im Gras ist Zecken ausgesetzt

Die Borreliose zählt zu den sogenannten Zoonosen, kann also auch den Menschen selbst betreffen. Zwar überträgt der Hund die Erkrankung regelmäßig nicht direkt auf den Menschen. Dies wäre nur bei direktem Blutkontakt zwischen beiden denkbar. Zecken beißen aber Menschen wie Hunde. Je mehr der Parasiten sich in Menschennähe aufhalten, desto größer die Gefahr für den Hundenhalter. Auch deshalb ist ein ausreichender Zeckenschutz eine sinnvolle Maßnahme, um Zeckenbisse und Borreliose bei Mensch und Tier zu verhindern. Eine nachgewiesene Borreliose ist einer Selbstbehandlung nicht zugänglich, die Behandlung und Vernichtung der Bakterien können schwierig sowie langwierig sein.

Borreliose - was ist das?

Borrelien sind Bakterien. Sie leben dauerhaft parasitär in kleinen Nagetieren wie Mäusen, aber auch in Rotwild. Dort werden sie oft von Zecken aufgenommen und dann an andere Wirtstiere wie Hunde übertragen. Zecken durchlaufen verschiedene Entwicklungsstufen von der Nymphe bis zum erwachsenen Tier. So werden nacheinander verschiedene Wirtstiere von den Zecken gebissen, und die Zecke kann Borrelien aufnehmen sowie auf das folgende Wirtstier übertragen. Beim Menschen lösen Borrelien vor allem verschiedene Infektionen wie das Rückfallfieber und die Lyme-Borreliose aus. Lyme-Borreliose ist auch bei Hunden bekannt und beim Ausbruch von Symptomen eine Form von Fieber, das mit Lähmungserscheinungen und anderen Beschwerden einhergeht. Die Erkrankung erfolgt meist schubweise, kann lange unentdeckt und symptomlos bleiben.

Ursachen einer Borreliose

Die Erkrankung wird ausschließlich durch Zeckenbisse übertragen. Nicht alle Zecken übertragen die Erreger, aber in manchen Regionen sind hohe Prozentsätze aller Zecken befallen. Die Gefahr einer Infektion mit den tückischen Bakterien ist dort extrem hoch.

Symptome von Borreliose

Es kommt oft wenige Tage nach einem Zeckenbiss, der Borrelien übertragen hat, zu einer charakteristischen, kreisförmigen Hautrötung. Es können folgen:

  • Fieber
  • Appetitlosigkeit
  • geschwollene Lymphknoten
  • Gelenkschmerzen und Gelenkentzündungen
  • Lähmungserscheinungen

borreliose-symptome

(Auf diesem Bild soll nur gezeigt werden, wie diese charakteristischen Hautrötungen aussehen. Bei einem Hund sieht man sie bedingt durch das Fell eher schlecht, weswegen wir hier auf einen Menschen zurückgegriffen haben)

Unter anderem entwickeln Golden Retriever, Labradore und Berner Sennenhunde bei einer Infektion mit Borrelien oft heftige Nierenentzündungen. Viele Hunde zeigen keine Symptome. Gelenkschäden und Lähmungserscheinungen können auch nach einer Behandlung mit Antibiotika dauerhaft bleiben.

Diagnose der Borreliose

Die Borrelien sind sogar mit einer Blutuntersuchung eher schlecht nachzuweisen. Borrelien verändern die Parameter in der Blutanalyse nicht. Es kommt oft zu Falsch-Positiv-Bescheiden wie auch Falsch-Negativ-Bescheiden. Typische Bluttests zeigen zwar einen möglichen Kontakt mit den Bakterien durch Antikörperbildung, weisen jedoch nicht zweifelsfrei nach, dass aktuell eine Borreliose vorliegt. Ganz neue Testformen wie C-Elisa 6 und Western-Blot sind hier genauer, da sie nicht nur Antikörper nachweisen, sondern eine gesamt-immunologische Analyse aufzeigen. Oft kann allerdings der Tierarzt nur auf gut Glück mit Antibiotika behandeln und findet den Verdacht nach erheblicher Verbesserung von Symptomen bestätigt. Behandlung der Borreliose Eine Borreliose-Behandlung kommt ohne den Einsatz von Antibiotika nicht aus. Alternative Behandlungen in Eigenregie sollten nur ergänzend in Betracht gezogen werden, beziehungsweise streng auf Symptome wie Gelenkschmerzen zugeschnitten werden.

Schulmedizinische Behandlung durch den Tierarzt

Die Borrelien werden mit passenden Antibiotika bekämpft. Eine Erstbehandlung dauert mindestens 30 Tage und wird für längere Zeiträume alle drei bis vier Monate für mindestens 5 Tage wiederholt. Eine Besserung von Beschwerden tritt oft schnell ein, ist jedoch noch keine Bestätigung einer abschließenden Heilung. Zusätzlich gibt der Tierarzt meist entzündungshemmende und schmerzlindernde Substanzen.

Symptomatische Homöopathie

Homöopathische Mittel können schwerpunktmäßig ergänzend gegen Entzündungen und Gelenkschmerzen eingesetzt werden. In Betracht kommen unter anderem:

1. Rhus Toxicodendron C30 bei starken Gelenkentzündungen.

2. Bryonia D4 ebenfalls für Gelenkbeschwerden.

3. China D6 auch bei allgemeinen Schmerzen im Muskel- und Gelenkbereich.

4. Nux vomica D30 bei Lähmungserscheinungen.

Die Mittel sollten einmal täglich in der Dosierung 1 Tablette oder 5 Globuli über eine Woche lang gegeben werden. In die Hand eines Therapeuten gehört die mögliche Behandlung mit einer Borrelien-Nosode in der Potenz D oder C 30. Nosoden sind homöopathisch aufbereitete Erreger der entsprechenden Erkrankung. Borrelien-Bakterien werden dazu verrieben, verdünnt und verschüttelt. Eine Infektion ist nach dieser Verarbeitung nicht mehr zu befürchten.

Nosoden können aus allen denkbaren Krankheitserregern gefertigt werden. Sie eignen sich gut für Injektionen und wirken oft sehr überzeugend. Natürliche und pflanzliche Mittel gegen Borreliose Man kann Weihrauchextrakt als schmerzlindernd und entzündungshemmend bei Gelenkbeschwerden einsetzen.

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Borreliose vorbeugen

Eine Zeckenbiss-Vorbeugung ist die beste Vorbeugung gegen eine Infektion mit Borreliose.

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Knoblauch zur Immunstärkung

Alles, was den Hund in seiner Immunabwehr steigert, unterstützt den Kampf gegen Borrelien. Einige Naturheilkundler empfehlen vorbeugend gegen Zeckenbisse die Fütterung mit Knoblauch. Diese Empfehlung ist allerdings sehr umstritten, da andere Fachleute dies nicht nur für wirkungslos halten, sondern Knoblauch für Hunde als leicht giftig ansehen. 

Repellentien wehren Zecken ab

Es gibt eine größere Auswahl an wirksamen Spot-On-Präparaten für Hunde. Spot-Ons werden im Nacken sowie bei großen Hunden zusätzlich an der Rutenwurzel aufgetropft und wirken für einen gewissen Zeitraum gegen Zecken. Dabei kann man heute zwischen natürlichen und chemischen Wirkstoffen wählen. Ziel ist es, Zecken zuverlässig abzuwehren. Die Spinnentiere sollen gar nicht erst zubeißen. Diese Mittel heißen deshalb auch Repellentien.

Frühe Zeckenentfernung kann vor Infektion schützen

Im Sommer sollte man den Hund auch täglich nach möglichen Zecken absuchen. Zecken sondern Krankheitserreger erst ab, wenn sie sich einige Tage am Tier festgesaugt haben. Je früher sie also entfernt werden, desto geringer ist die Gefahr einer Infektion. Bei der Entfernung der Zecke sei darauf zu achten, dass die Zecke einfach herausgezogen wird und keine Teile von ihr am Körper verbleiben sollten. Keinesfalls ist die Zecke einem Gewinde ähnlich herauszudrehen, wie es früher oft empfohlen wurde. Auch sollten keine Flüssigkeiten wie Alkohol oder Öl auf die Zecke getropft werden. Alles, was dazu führt, dass die festgebissene Zecke am Körper des Tieres stirbt, ist zu vermeiden. Sterbende Zecken geben verstärkt Krankheitserreger in das Blut des Tieres ab.

Impfung gegen Borreliose beim Hund

Mittlerweile gibt es auch einen Impfstoff für Hunde gegen die Borreliose. Einige Tierärzte raten jedoch von der Impfung ab, da in einzelnen Fällen nach der Impfung Nierenerkrankungen aufgetreten sind. Offensichtlich waren die betroffenen Tiere schon vor der Impfung mit den Borrelien in Betracht gekommen, was zu einer heftigen Impfreaktion geführt hat. Ältere Impfstoffe wie Merilym und Virbagen Canis B hatten zudem den Nachteil, nur einen Teil der in Deutschland verbreiteten Zeckenarten in ihrer Wirkung zu erfassen. Erst der im Jahr 2014 eingeführte Impfstoff Merilym 3 wirkt gegen drei der in Deutschland am meisten verbreiteten Zeckensorten und arbeitet mit einer innovativen Technik direkt im Darm der Zecke selbst. Erforderlich sind jährlich zwei Impfungen im Abstand von drei Wochen. Impfungen schützen nicht vor dem Zeckenbiss selbst. Hundehalter sollten sich gründlich über die Vor- und Nachteile einer Impfung informieren.

Unbehandelte Borreliose-Infektionen und ihre Folgen

Da Borreliose in ihrer Wirkung so unvorhersehbar ist, sind es die Folgen einer Infektion ebenso. Eine unbehandelte Infektion mit Borrelien kann dem Tier von Fall zu Fall keine, beziehungsweise leichte Beschwerden einbringen oder aber schweres Leiden wie etwa Lähmungen zufügen. Je weniger sich Hundehalter um die Möglichkeit einer Borreliose kümmern und Vorbeugung gegen Zeckenbisse betreiben, desto größer ist auch die Gefahr, dass die Halter selbst von Zecken gebissen werden. Zecken laufen oft erst Stunden auf dem Hund herum, bevor sie sich festbeißen. In dieser Zeit können sie also auch zum Hundehalter überwechseln. Insofern ist ein guter Schutz gegen Zecken aus jeder Perspektive geboten.

Quellen

Autorenbox Thomas

Über Thomas

Etwa 8 Mio. Hunde leben in deutschen Haushalten - gesorgt wird sich um die Vierbeiner wie um das eigene Kind. Mit dieser Seite möchte ich euch gern leicht verständliche Informationen rund um die Hundegesundheit zur Verfügung stellen. Zur Seite steht mir eine Tierheilpraktikerin, die das ganze fachlich abrundet.